Nahrung und Hormonhaushalt – endokrine Disruptoren

Was sind endokrine Disruptoren?

„Endokrin aktive Substanzen sind Stoffe, die auf die Hormonaktivität des Körpers Einfluss nehmen oder sie stören können. Führt dies zu gesundheitlichen Beeinträchtigungen, werden sie als endokrine Disruptoren (oder auch endokrin schädigende Stoffe) bezeichnet.“
Definition laut AGES

Kurz gesagt, endokrine Disruptoren sind Substanzen, welche den eigenen Hormonhaushalt (Sexualhormone, Schilddrüse, etc.) beeinflussen und stören können. Diese Substanzen kommen in unserer Umwelt und auch in unseren Lebensmitteln vor. Sie haben damit erheblichen Einfluss auf unseren Körper.

Eine Gesellschaft mit Östrogen Überschuss

Östrogen ist eines der wichtigsten weiblichen Sexualhormone. Das Steroidhormon wird hauptsächlich in den Ovarien (Eierstöcken) aber auch in der Nebennierenrinde und dem Fettgewebe, durch Umwandlung von Androgenen (Testosteron), gebildet und zyklusabhängig ausgeschüttet.

Das Hauptwirkungsgebiet von Östrogenen sind die primären und sekundären Geschlechtsorgane (Uterus, Zervix, Vagina, Brustdrüse), aber sie wirken auch auf die Knochen, das Gefäßssystem, die Blutgerinnung, die weibliche Fettverteilung, die Nieren, die Proteinsythese (leicht anaboler Effekt) und die Leber.

Der weibliche Körper verfügt üblicherweise von Haus aus über eine hohe Östrogen-Produktion. Allerdings ist das Verhältnis von Östrogen zu Testosteron im Körper nicht immer gleich, was verschiedene Ursachen haben kann.

Ein Grund kann die Aktivität des Aromatase-Enzyms sein, welches Testosteron zu Östrogen umwandelt. Diese Aktivität ist aber meist durch genetische Faktoren festgelegt.

Testosteron und Östrogen unterscheiden sich in ihrer Strukturformel nur gering und können vom Körper daher relativ leicht umgewandelt werden.

Zusätzlich zu einem allgemein höheren Östrogen-Level bei Frauen, kommt, dass in der westlichen Ernährung auch ein hohes Maß an Hormonen über die Nahrung zugeführt wird.

Die am stärksten mit Hormonen beladenen Lebensmittel sind:

  • Milchprodukte
  • Fleisch
  • Eier
  • Fisch und Meeresfrüchte

Quelle siehe https://www.ugb.de/forschung-studien/edokrine-disruptoren-hormone-aus-der-umwelt/

Im Fitness und Bodybuilding ist es üblich, die Ernährung auf Fleisch, Eier und Milchprodukte zu stützen, weshalb es im Körper oft zu einem erheblichen Östrogen-Überschuss kommt. Das hat Auswirkungen auf den gesamten Körper und beeinflusst Diät, Aufbau, den Wasserhaushalt und den Zyklus von Frauen. 

Was bewirkt zu viel Östrogen?

Rund 15% aller Paar sind ungewollt Kinderlos (UGB-Forum 5/2011, S. 245-248), was zum Großteil unserer Ernährung zuzuschreiben ist.

Bei Männern kann es alleine durch einen erhöhten Konsum von tierischen Produkten zu Schwierigkeiten bei der Fruchtbarkeit und Gynäkomastie (Wachstum der Brustdrüse beim Mann) kommen. Ein zusätzlich erhöhter Anteil an Körperfett verstärkt diesen Effekt. 

Bei Frauen kann das endokrine System alleine durch ihre Ernährung massiv gestört werden.

Unsere Reproduktions-Organe (Eierstöcke und Hoden) produzieren Hormone sehr bedarfsorientiert. Wenn also von außen ausreichend Östrogen zugeführt wird, produzieren die Eierstöcke weniger oder sogar garkein Östrogen mehr.

Ein Beispiel: Frauen, die mittels Pille verhüten, haben nach dem Absetzen dieser Steroidhormone oft keine Hormon-produzierende Aktivität in den Eierstöcken mehr (ersichtlich mittels Bluttest und Ultraschall). Das eigene Hormonsystem muss sich erst wieder aktivieren, um den Bedarf selbstständig decken zu können. Es kann aber auch vorkommen, dass sich der Körper garnicht mehr davon erholt.

Ein ähnliches Phänomen sieht man auch bei Frauen, welche von einer Ernährung mit hohem Anteil an tierischen Produkten auf eine mehr pflanzliche Ernährung umsteigen. Der Östrogen-Level im Körper sinkt, die Eierstöcke produzieren aber noch nicht wieder auf normalem Niveau. Dadurch kommt es zu Zyklus-Störungen. Ursache dafür ist also nich die neue Ernährungsform, sondern die zuvor regelmäßig konsumierten tierischen Produkte und ihre Auswirkung auf den Östrogen-Haushalt der Frau.

Was man bei reduziertem Konsum von tierischen Produkten allerdings auch beobachten kann, ist, dass der Körper weniger Wasser unter der Haut einlagert und sich der Aufbau von Muskulatur bei Frauen verbessern kann.

Das liegt zum einen vermutlich am höheren Konsum von Kohlenhydraten (anaboles Hormon Insulin) und zum zweiten an der Verschiebung des Verhältnis Östrogen zu Testosteron.

Ein weiterer Faktor, welcher zum „Östrogen-Problem“ beiträgt, ist, dass Fettgewebe ebenfalls endokrines Gewebe ist (durch Aromatisierung Östrogen produziert) und somit ebenfalls den Östrogen-Wert im Körper erhöht. Je mehr Körperfett vorhanden ist, desto höher ist der Östrogen-Wert. Ergo, je weniger Körperfett ein Mensch also am Körper mit sich herumträgt, desto niedriger ist der Östrogen-Wert.

Worauf sollte man achten?

Endokrin schädigende Stoffe finden sich aber nicht nur in tierischen Produkten, sonder auch in einigen Pflanzenschutzmitteln (z. B. DDT), Umweltschadstoffen (z. B. Dioxine, PCB) sowie in Lebensmittelkontaktmaterialien (z. B. Bisphenol A) und in Kosmetika (z. B. Parabene).

In den letzten Jahren haben die Bedenken in Bezug auf mögliche schädliche Wirkungen von endokrinen Disruptoren stark zugenommen und sind ins Interesse der Forschung gerückt. Beobachtungen bei Mensch und wildlebenden Tieren deuten darauf hin, dass die Häufigkeit von Krankheiten und Störungen (Beeinträchtigungen der Fortpflanzungsfähigkeit und Entwicklung, hormonabhängige Krebsarten,etc.) durch solche schädlichen Substanzen immer weiter zunimmt.

Die Europäische Union hat sich bereits 1999 in der Community Strategy for Endocrine Disruptors (COM (1999) 706 final) das Ziel gesetzt, regulatorische Maßnahmen zum Schutz vor endokrinen Disruptoren zu schaffen.

Weltweit gibt es gesetzliche Richtlinien und Maßnahmen, um die Umwelt und die Gesellschaft vor einer weitern Zunahme dieser Bedrohung zu schützen. Allerdings liegt die Hauptverantwortung immer noch bei den Personen und ihrem eigenständigen Verhalten selbst. Denn nur, weil etwas den Richtlinien entspricht, bedeutet es nicht, dass es keine Wirkung auf den eigenen Körper hat.

Man sollte also stets darauf achten WAS man isst und WIEVIEL davon. #dubistwasduisst
Beachte dabei auch die Verpackung deiner Lebensmittel und die Inhaltsstoffe.

Bio zertifizierte Lebensmittel sind – auch wenn sie teurer sind – auf jeden Fall den kommerziell hergestellten Lebensmitteln vorzuziehen.

Naturwissenschaften sind meine Leidenschaft

Autorin: Katharina Stütz, BSc

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